Briefmarken

In diesem Bereich stelle ich einige Briefmarken aus meiner Sammlung vor.

Ich beginne direkt mit einem Kracher aus meiner Sammlung. Einen Viererblock der 100 mon (Japan Nummer 2) der Platte 1, die Positionen wurden bereits mit 3/4 und 11/12 bestimmt. Der Block befindet sich in einer prachtvollen Erhaltung und ist ungebraucht.

Das Kanji 銭 bedeutet zeni. Dieses Wort bezeichnet eine runde Münze, mit einem Loch in der Mitte. In diesem Zusammenhang steht das Kanji für den Begriff Währung/Geld.

Das Kanji 百 (100) ist der Nominalwert.

Das Kanji 文 bedeutet mon.

Die 100-mon-Drachenmarke entsprach ursprünglich dem Porto für einen Standardbrief auf einem beliebigen Abschnitt der Strecke Tokyo – Osaka mit einer Entfernung von bis zu etwa 50 km. Mit der Einführung einer neuen Postverordnung wurde die zulässige Entfernung auf 100 km erhöht.

Ausgabedatum:1. März 1871 Lunisolarkalender (20. April 1871)
Größe:              19,5 mm x 19,5mm
Bogen:              40 Briefmarken (8×5)
Gedruckte Auflage:Ungefähr 1 000 000 Stück
Anzahl der Druckplatten:Zwei Platten für die Drachen, eine Platte für die Wertangabe
Verausgabt bis:           Februar 1872 Lunisolarkalender
Gültig bis:30. November 1889
Früheste bekannte Verwendung:Platte 1: 03. March 1871 Lunisolarkalender (22. April 1871) Platte 2: 12. January 1872 Lunisolarkalender (20. Februar 1872)

Da ich heute einige meiner Belege und Blocks scanne, kommt direkt noch eine Rarität (?) hinterher.

Es handelt sich um die Neujahrsblock „Jahr des Tigers“ von 1950. Ich habe den Block kürzlich durch eine Auktion erworben. Interessant war für mich der „Schmuckumschlag“, der in dem Auktionskatalog auf dem Foto zu sehen war. Allerdings nicht der Block selbst, zum Glück konnte ich einige Tage vor der Auktion einen Blick auf das Los werfen.

Es handelt sich vermutlich um eine Ministerausgabe, ausgeteilt an den Weltpostverein. Ich sammle das Thema „Neujahr in Japan“ und habe bisher noch nie ein ähnliches Stück gesehen, deswegen musste es in meine Sammlung.

Ausflug in die japanische Kultur: Haiku

Der „Schmuckumschlag“ hat sich als eine kleine Broschüre entpuppt. Wenn man diese aufschlägt, liest man zuerst ein Haiku. Es handelt sich dabei um die kürzeste Gedichtform der Welt. Ein Haiku besteht insgesamt aus 17 japanischen Silben, die sich folgendermaßen aufteilen: 5-7-5 Silben pro Zeile.

Das Haiku in der Ministerausgabe lautet:

Hatsu-Fuji no

oki karikeru

migiwa kana!

von Fusei

Oder:

Ha-tsu-Fu-ji-no

o-o-ki-ka-ri-ke-ru (das o ist ein langes o sozusagen)

mi-gi-wa-ka-na!

Wortwörtlich:

hatsu-Fuji (初富士) – „der erste Fuji“ (der erste Anblick des Fuji im neuen Jahr)

oki: ist ein Wort, das sich auf Gebiete entfernt von der Küste bezieht und normalerweise als „Hohe See“ oder „offene See“ übersetzt wird, es wird tatsächlich abgegrenzt von umi (Meer, Ozean)

karikeru (駆り来る) herangetrieben kommen

migiwa (汀) – Ufer, Strand

kana (かな) ist hier eher schwierig zu übersetzen. Es bezeichnet kein Nomen oder Verb, sondern eine Art Ausruf (wie Ah! oder oh!), kann aber auch ein stilles Ergriffensein bedeuten.

Deswegen ist es schwierig, Haiku in eine andere Sprache zu übersetzen, denn mitunter zerstört man dadurch die ganze Bedeutung.

Ich habe versucht, mehr über das Haiku zu recherchieren, um den Sinn zu verstehen, allerdings bin bisher auf keinen Treffer im Internet gestoßen, was mich irritiert. Bis heute habe ich mich nicht großartig mit dem Thema Haiku beschäftigt, weil mir Poesie nicht liegt, daher weiß ich nicht, ob das Gedicht korrekt transkribiert wurde.

Kommen wir zurück zum Block. Auf der nächsten Seite wird die Ausgabe zum Neujahr beschrieben und auch der Block ist enthalten. An den Ecken ist der Tigerblock in Metallklammern eingefasst. Über die Jahre haben die Klammern den Block an diesen Stellen etwas eingefärbt. Auf der Rückseite ist der Gummi vorhanden und es ist auch kein Bug zu sehen.